EPC
Aus eBusiness-Standards
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+ | Definition und Einsatzbereiche | ||
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+ | Der EPC (Electronic Product Code) ist ein von GS1 für den Einsatz der RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie konzipierter Produktidentifikationsstandard. Er ist zwar bislang kaum verbreitet, könnte aber in Zukunft – mit wachsender Verbreitung der RFID-Technologie – an Bedeutung gewinnen. Mit der EPC-Nummer können GS1 Identcodes für unterschiedliche Objekte, z.B. einzelne Artikel (GTIN), Versandeinheiten (GRAI) bis hin zu Mehrtransportverpackungen (SSCC), verschlüsselt werden. 50 Durch eine Seriennummer als Zusatz lassen sich diese Objekte auf Item-Level identifizieren, also ein konkretes Marmeladenglas von einem anderen unterscheiden. | ||
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+ | Die EPC-Nummer entfaltet ihr volles Potenzial im Zusammenspiel mit dem EPCglobal-Netzwerk, dessen Grundidee es ist, weiterführende Produktinformationen mit Hilfe des Internets in Echtzeit verfügbar zu machen. Diese Konzept, das z.B. die Rückverfolgung einzelner Produkte (Items) in Echtzeit erlaubt, wird häufig auch als „Internet der Dinge“ | ||
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+ | Die EPC-Nummer identifiziert dabei nur das entsprechende Produkt und fungiert als „Link“ zum EPCglobal-Netzwerk, über das zusätzliche Informationen abgerufen werden können. Zur Interpretation des ausgelesenen Codes wird ein sog. Object Naming Service (ONS) verwendet,der weltweit über das Internet zugänglich ist. | ||
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+ | Organisation und Verbreitung | ||
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+ | Die damaligen Standardisierungsorganisationen UCC (heute GS1 US)und EAN International (heute GS1) schlossen zunächst einen Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Entwicklung des EPC. Heute wird die Entwicklung und Herausgabe von der Organisation EPCglobal, dem im Jahr 2003 gegründeten Joint Venture aus GS1 und GS1 US, organisiert. Derzeit müssen sowohl für die Nutzung des EPCs, als auch für die enthaltenen Identcodes wie der GTIN Gebühren entrichtet werden. | ||
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+ | Das EPCglobal-Konzept befindet sich derzeit noch im Aufbau. Ob, in welchem Ausmaß und in welchem Zeitrahmen es umgesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielen u.a. die technische Reife von RFID, die Klärung von Sicherheitsfragen sowie auch der Erfolg bei der Standardisierung weiterer Komponenten des EPCglobal-Netzwerkes eine Rolle.55 Einsatz- und Nutzenpotenziale ergeben sich vor allem in Handel und Industrie in den Bereichen des Warenein- und Warenausgangs, bei Inventuraufnahmen oder der Warenflussteuerung. | ||
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+ | Aufbau | ||
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+ | Die EPC-Nummer ist, wie in Abbildung 1657 dargestellt, aus verschiedenen Feldern aufgebaut. Im Datenkopf (Header) wird identifiziert, welche EPC-Version verwendet und welcher Identcode verschlüsselt wird. Der „EPC-Manager“ ist eine Kennzeichnungsziffer für den Nummerngeber, also typischerweise den Hersteller, der seine Waren oder eine Transportpalette mit einem EPC-/RFID-Tag kennzeichnet. Die derzeit genutzten EPC-Nummern verwenden dazu die von GS1 vergebene Lokationsnummer GLN des Typs 258. Mit der Objektklasse (Object class) wird der jeweilige Identcode, bspw. eine GTIN, GRAI oder SSCC bezeichnet. Die Seriennummer (Serial Number) schließlich dient der (seriellen)Identifikation des Objektes auf Item-Level. | ||
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Der EPC (elektronischer Produktcode) wurde für den Einsatz der [[RFID|RFID-Technologie]] (Radiofrequenz-Identifikation) konzipiert. Als Datenträger für den berührungslosen Datenaustausch per Funk wird ein sogenannter Transponder (Funkchip) benutzt. | Der EPC (elektronischer Produktcode) wurde für den Einsatz der [[RFID|RFID-Technologie]] (Radiofrequenz-Identifikation) konzipiert. Als Datenträger für den berührungslosen Datenaustausch per Funk wird ein sogenannter Transponder (Funkchip) benutzt. | ||