EGovernment
Aus eBusiness-Standards
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Bürger bzw. Firmen können sich eigeninitiativ von der Behörde elektronisch zur Verfügung gestellte Informationen abrufen. Dazu zählen z.B. im Web bereitgestellte Bürgerinformationen, touristische Information zur Förderung des Fremdenverkehrs, oder auch Wirtschaftsinformationen im Rahmen der Wirtschaftsförderung | Bürger bzw. Firmen können sich eigeninitiativ von der Behörde elektronisch zur Verfügung gestellte Informationen abrufen. Dazu zählen z.B. im Web bereitgestellte Bürgerinformationen, touristische Information zur Förderung des Fremdenverkehrs, oder auch Wirtschaftsinformationen im Rahmen der Wirtschaftsförderung | ||
- | == Stufe II Kommunikation | + | == Stufe II Kommunikation == |
- | Zusätzlich | + | Zusätzlich zum Informationsabruf bekommen Bürger bzw. Firmen die Gelegenheit in Kommunikation mit der Behörde zu treten. Es können weitere Informationen oder Formulare per E-Mail oder über die Website angefragt werden, oder Bitten um Kontaktaufnahme abgesetzt werden. Manche Plattformen räumen Foren oder Chats ein. |
- | == Stufe III Transaktion | + | == Stufe III Transaktion == |
- | Es wird Bürgern und Firmen, sowie der Behörde selbst | + | Es wird Bürgern und Firmen, sowie der Behörde selbst die Möglichkeit eingeräumt auf elektronischem Wege (rechtlich) verbindliche Angaben zu machen oder elektronische Dienstleistungen zu erbringen. So können dann z.B. Erklärungen (z.B. Steuererklärung), Antragstellungen (z.B. Bauanträge) oder öffentliche Ausschreibungen/Vergaben im Prinzip vollständig elektronisch abgewickelt werden. |
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+ | Der führende Gedanke bei der Gestaltung von E-Government-Dienstleistungen seitens der Behörden ist die Dienstleistungsbündelung, ausgerichtet nach Bedarfslagen (sogenannte Lebenslagen wie z.B. Umzug, Firmengründung, Bauvorhaben) der potenziellen Kunden (Bürger, Unternehmen). Das Lebenslagenkonzept integriert verschiedene Verwaltungsleistungen unabhängig von der Zugehörigkeit einzelner Dienststellen oder Gebietskörperschaften. Somit soll der Bürger bzw. das Unternehmen in seiner spezifischen Bedarfslage nur eine Anlaufstelle für alle dieser Lage spezifischen Anliegen erhalten. Technisch lässt sich dies sehr gut über sogenannte Portale lösen. Dies ist besonders auf kommunaler Ebene erfolgreich. | ||
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Auf verschiedenen Behördenebenen hat man sich schon früh (1990-er Jahren) mit E-Government befasst. Besonders Kommunen sahen eine Chance sich neu und modern für ihre Bürger und lokalen Firmen aufzustellen – bei gleichzeitiger Verschlankung und Kostensenkung diverser Verwaltungsprozesse. Bald wurde jedoch klar, dass ein richtiger Erfolg (insbesondere die Realisierung der Stufe III in Anwendungen) und Akzeptanz seitens Bürger und Wirtschaft erst durch Abstimmung und Integration aller Behördenebenen, einhergehend mit einer entsprechenden Gesetzgebung und Standardisierung, möglich sein würde. Seither bemüht sich der Bund, Themen und Aktionen für Bund und Länder zu koordinieren. | Auf verschiedenen Behördenebenen hat man sich schon früh (1990-er Jahren) mit E-Government befasst. Besonders Kommunen sahen eine Chance sich neu und modern für ihre Bürger und lokalen Firmen aufzustellen – bei gleichzeitiger Verschlankung und Kostensenkung diverser Verwaltungsprozesse. Bald wurde jedoch klar, dass ein richtiger Erfolg (insbesondere die Realisierung der Stufe III in Anwendungen) und Akzeptanz seitens Bürger und Wirtschaft erst durch Abstimmung und Integration aller Behördenebenen, einhergehend mit einer entsprechenden Gesetzgebung und Standardisierung, möglich sein würde. Seither bemüht sich der Bund, Themen und Aktionen für Bund und Länder zu koordinieren. | ||
- | Ressortübergreifend ist | + | Ressortübergreifend ist der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik (Bundeministerium des Inneren) für die E-Governmentstrategie des Bundes zuständig. Im April 2010 wurde unter Vorsitz des Bundes der IT-Planungsrat gegründet. Der Rat ist eine Initiative von Bund und Ländern und befasst sich mit den zentralen Themen der Bund-Länder-übergreifenden IT-Steuerung. In September 2010 hat der Rat eine nationale E-Governmentstrategie beschlossen [2], sowie einen Aktionsplan verabschiedet [3]. |
+ | [[Datei:E-Government.PNG|200px|thumb|right|Zielsystem der Nationalen E-Government-Strategie, abrufbar unter: [http://www.cio.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Aktuelles/nationale_e_government_strategie_beschluss_20100924_download.pdf?__blob=publicationFile]]] | ||
== Welche Vorteile bietet E-Government? == | == Welche Vorteile bietet E-Government? == | ||
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== Inwiefern kann E-Government für mich als KMU relevant sein? == | == Inwiefern kann E-Government für mich als KMU relevant sein? == | ||
- | E-Government-Aktivitäten einer Behörde sind zunächst | + | E-Government-Aktivitäten einer Behörde sind zunächst einmal direkt relevant für alle, die mit dieser Behörde zusammenarbeiten müssen: Neue Regularien, eventuell hinterlegt mit neuen Gesetzen, sind einzuhalten. Wie oben beschrieben, können sich daraus auch durchaus Vorteile für das Unternehmen ergeben. In wieweit sich solche Potenziale heben lassen ist allerdings abhängig von der Bereitschaft sich mit den eigenen Geschäftsprozessen und der IT-Infrastruktur aktiv auseinander zu setzen. |
- | Besondere Nennung verdient hier noch die Tatsache, dass die öffentliche Verwaltung | + | Besondere Nennung verdient hier noch die Tatsache, dass die öffentliche Verwaltung ihren eigenen Bedarf an Produkten und Dienstleistungen auf elektronischem Wege veröffentlicht: Ausschreibungen und Vergaben werden automatisiert und standardisiert. Für Firmen, die sich auf das E-Procurement der öffentlichen Hand einstellen und sich in diesen IT-basierten Prozessen einklinken, erhöht sich die Chance einer Auftragsgewinnung. |
== Welche Standards spielen bei E-Government eine Rolle? == | == Welche Standards spielen bei E-Government eine Rolle? == | ||
Der oben schon aufgeführte IT-Planungsrat hat auch die Kompetenz, fachunabhängige und fachübergreifende IT-Interoperabilitäts- und IT-Sicherheitsstandards zu beschließen. Hierzu wurde eine Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) beim Land Bremen eingerichtet. Sie hat unter anderem die Aufgabe, Vorschläge zur Beschlussfassung durch den IT-Planungsrat für Standards im Sinne des IT-Staatsvertrages auszuarbeiten. Zentrales Standardisierungsparadigma ist das XÖV [4]. | Der oben schon aufgeführte IT-Planungsrat hat auch die Kompetenz, fachunabhängige und fachübergreifende IT-Interoperabilitäts- und IT-Sicherheitsstandards zu beschließen. Hierzu wurde eine Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) beim Land Bremen eingerichtet. Sie hat unter anderem die Aufgabe, Vorschläge zur Beschlussfassung durch den IT-Planungsrat für Standards im Sinne des IT-Staatsvertrages auszuarbeiten. Zentrales Standardisierungsparadigma ist das XÖV [4]. | ||
- | „XÖV steht für XML in der öffentlichen Verwaltung. Ziel von XÖV ist es, Datenaustausch innerhalb und mit der öffentlichen Verwaltung zu standardisieren. Hierdurch wird die Interoperabilität verbessert und in der Folge werden elektronische Prozesse einheitlicher und effizienter gestaltet.„ [5] | + | „XÖV steht für XML in der öffentlichen Verwaltung. Ziel von XÖV ist es, den Datenaustausch innerhalb und mit der öffentlichen Verwaltung zu standardisieren. Hierdurch wird die Interoperabilität verbessert und in der Folge werden elektronische Prozesse einheitlicher und effizienter gestaltet.„ [5] |
- | XÖV bedient sich diverser XML-Standards, wie z.B. XML-Schema für | + | XÖV bedient sich diverser XML-Standards, wie z.B. dem XML-Schema für Datendefinitionen. Im XÖV-Handbuch, abrufbar unter [4], ist ein Vorgehen zur Entwicklung von XÖV-Standards definiert. Es wurde eigens eine XÖV-Koordination eingerichtet um die XÖV-Konformität entwickelter Standards zu prüfen und zu bestätigen. |
- | Zurzeit gibt es mehr als 20 Vorhaben, die an | + | Zurzeit gibt es mehr als 20 Vorhaben, die an der Entwicklung von XÖV-Standards arbeiten. Verschiedene Standards finden auch bereits Anwendung, wie z.B. XMeld, XAusländer, XZuFi, XPersonenstand. Eine Übersicht über die Vorhaben findet sich in [6]. |
- | == Weiterführende Informationen | + | == Weiterführende Informationen== |
*[1] J. von Lucke und H. Reinermann, „Speyerer Definition von Electronic Government“. 2000. | *[1] J. von Lucke und H. Reinermann, „Speyerer Definition von Electronic Government“. 2000. | ||
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*[7] F. Bieler und G. Schwarting, e-Government: Perspektiven - Probleme - Lösungsansätze, 1. Aufl. Schmidt (Erich), Berlin, 2006. | *[7] F. Bieler und G. Schwarting, e-Government: Perspektiven - Probleme - Lösungsansätze, 1. Aufl. Schmidt (Erich), Berlin, 2006. | ||
- | == Nützliche Links | + | == Nützliche Links == |
* [http://www.neue-verwaltung.de/egovernment.html] www.neue-verwaltung.de | * [http://www.neue-verwaltung.de/egovernment.html] www.neue-verwaltung.de | ||
* [http://www.it-planungsrat.de/] www.it-planungsrat.de | * [http://www.it-planungsrat.de/] www.it-planungsrat.de |