ERP
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Der Begriff ERP steht für Enterprise Resource Planning; also die Planung von Unternehmensressourcen. Obwohl sich dieser Begriff weltweit durchgesetzt hat, ist er dennoch unglücklich gewählt, da nicht die Planung von Ressourcen, sondern die Integration von Geschäftsprozessen das zentrale Element eines ERP-Systems ist. ERP-Systeme sind daher EDV-Systeme, die die Prozesse eines Unternehmens abteilungsübergreifend abbilden und sämtliche Daten auf einer zentralen Datenbank speichern. Auf diese Weise stehen alle Daten sofort nach einmaliger Erfassung unternehmensweit auch anderen Abteilungen und Wertschöpfungsprozessen zur Verfügung, ohne dass Schnittstellen programmiert und gewartet werden müssen. Wie die Abbildung zeigt, stellen ERP-Systeme einen wichtigen Schritt in Richtung des Supply Chain Managements (SCM), also der unternehmensübergreifenden Optimierung von Geschäftsprozessen, dar. Während in der Frühzeit der EDV nur einzelne Aufgaben abteilungsintern EDV-technisch unterstützt wurden (z.B. die Lohnabrechnung oder Produktionsplanung in sog. PPS-Systemen), stellen die unternehmensweiten ERP-Systeme heute die technische Basis für die Vernetzung von Unternehmen im Rahmen von SCM, Collaborative Planning Forecasting and Replenishment (CPFR) oder [[ECR|Efficient Consumer Response (ECR)]] dar. Viele ERP-Systeme sind aus Systemen der Produktionsplanung und –steuerung (PPS) entstanden, die zunächst um Funktionen des Finanz- und Rechnungswesen erweiter worden sind und später immer größere Teile der Unternehmensprozesse abbilden konnten. Man unterscheidet zwischen eigenentwickelten ERP-Systemen und Standardsystemen, die vordefinierte Prozesse enthalten, die dann mehr oder weniger aufwendig an die Unternehmensprozesse angepasst werden können. Der Weltmarktführer von ERP-Standardsoftware ist SAP mit seinen Produkten R/2 (ab 1981), R/3 (ab 1992) und SAP ERP (heute). [[Datei:Entwicklung_ERP-Systeme.jpg]] == Welche Vorteile bietet ERP? Welche Nachteile können entstehen? == '''Vorteile des Einsatzes von ERP-Systemen:''' * Daten müssen nur einmal erfasst werden und sind sofort unternehmensweit verfügbar. * Keine unternehmensinternen Schnittstellen und weniger Datenredundanzen durch eine zentrale Datenbank. * Prozesse müssen vor der Einführung analysiert und überdacht werden, was häufig zu Prozessverbesserungen führt. * Automatisierung bestimmter Prozesse. * Bessere Entscheidungen durch zeitnahe Erstellung von unternehmensweiten Berichten und Kennzahlen. * Prozesse sind unternehmenseinheitlich und dokumentiert. * Prozesse können unternehmensweit optimiert werden und nicht nur innerhalb einzelner Abteilungen. '''Weitere Vorteile durch den Einsatz von Standard ERP-Systemen:''' * Best-Practise-Prozesse werden mitgeliefert, so dass von Erfahrungen anderer Unternehmen profitiert werden kann. * Ausgebildete Mitarbeiter und IT-Experten können auf dem Arbeitsmarkt gewonnen werden. * Einfachere Integration mit den ERP-Systemen von Geschäftspartnern, die dieselbe Standard-Software im Einsatz haben. * Rechtliche Besonderheiten, Wechselkurse und Sprachen häufig weltweit bereits abgebildet. '''Nachteile des Einsatzes von ERP-Systemen:''' * Zum Teil sehr hohe Einführungskosten, da alle Unternehmensprozesse analysiert, geprüft, z.T. geändert und abgebildet werden müssen. * Von Mitarbeitern liebgewonnene Prozessabläufe werden in Frage gestellt; daher häufig zusätzliches Change-Management nötig. * Durch hohen Einführungsaufwand werden Prozesse häufig zementiert, da Anpassungen zu erneuten Kosten führen; dies kann innovationshemmend sein. '''Weitere Nachteile durch den Einsatz von Standard ERP-Systemen:''' * Standardprozesse passen häufig nicht; daher entweder kostspielige Anpassungen der Software oder Verlust von Alleinstellungsmerkmalen. * Hohe und langfristige Abhängigkeit vom ERP-Hersteller. == Inwiefern kann ERP für mich als KMU relevant sein? (Einschätzung über zukünftige Relevanz) == Grundsätzlich gelten für KMUs dieselben Vor- und Nachteile, wie für größere Unternehmen. Hervorheben sollte man aber, dass auch kleine Unternehmen durch den Einsatz von ERP-Systemen mit vorimplementierten Best-Practise-Prozessen von den Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren können. Darüber hinaus wird es einfacher, die Anforderungen der Geschäftspartner z.B. zum elektronischen Datenaustausch zu erfüllen, da häufig standardisierte Schnittstellen und Datenformate voreingestellt sind. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind in der Regel gut beraten, auf Standardsoftware zu setzen und die Standardprozesse möglichst unverändert zu implementieren, um so Einführungs- und Wartungskosten zu senken. Neuere Ansätze wie Software-as-a-Service helfen, die Kosten von ERP-Systemen zu senken und auch für KMUs erschwinglich zu machen. Zukünftig wird kaum ein Unternehmen ohne den Einsatz von ERP-Systemen konkurrenzfähig sein können. == Welche Standards spielen bei ERP-Systemen eine Rolle? == Die ERP-Systeme der Marktführer SAP und Oracle stellen aufgrund ihrer weiten Verbreitung einen eigenen de-facto-Standard dar. Aber sobald ERP-Systeme zum Beispiel im Rahmen einer ECR- oder SCM-Initiative nach außen geöffnet werden, spielen übergreifende Standards eine entscheidende Rolle. ERP-Systeme müssen diese Standards verarbeiten können und entsprechende Schnittstellen bereitstellen. '''[[Identifikationsstandards]]:''' Materialien, Produkte, Geschäftspartner, Orte, Ladungsträger u.v.m. müssen unternehmensübergreifend identifiziert werden. Hierzu werden häufig die Identifikationsstandards von [[GS1 Germany|GS1]] eingesetzt. Dabei wird die automatische Erfassung von Objekten immer wichtiger. Dies geschieht vermehrt über Strichcodes oder [[RFID]]-Transponder, die für einen reibungslosen Ablauf ebenfalls global standardisiert sein müssen. Auch hier bieten sich die Datenträgerstandards von GS1 an. '''[[Transaktionsstandards]]:''' Obwohl viele ERP-Systeme auch proprietäre Standards zum Austausch von Nachrichten anbieten (bei SAP z.B. iDoc’s), müssen in Lieferketten auch Daten zwischen ERP-Systemen unterschiedlicher Hersteller ausgetauscht werden können. Hierzu bedarf es globaler einheitlicher Standards wie z.B. [[EANCOM®]] von [[GS1 Germany]], die von den Systemen unterstützt werden müssen. '''[[Stammdatenmanagement|Einheitliche Stammdaten]]:''' Gerade in unternehmensübergreifenden Prozessen spielen standardisierte Stammdaten in sehr guter Qualität eine immer wichtigere Rolle. Daher wird mehr und mehr dazu übergegangen, bestimmte Stammdaten nicht mehr in jeder Unternehmensdatenbank redundant vorzuhalten, sondern unternehmensübergreifend und normalisiert in sog. Stammdatenpools auszulagern. Auf diese stets aktuellen und richtigen Daten greifen alle Teilnehmer einer Lieferkette über Internetdienste zu. Ein Beispiel ist der Stammdatenpool [[SA2 Worldsync]] für Artikelstammdaten. '''[[Prozessstandards]]:''' Standardisierte Prozessabläufe, wie sie z.B. durch die [[ECR]]-Initiative beschrieben sind, sollten durch die Best-Practise-Prozesse der ERP-Anbieter unterstützt werden. == Weiterführende Informationen/Links == * Hesseler, M., Görtz, M. (2007): Basiswissen ERP-Systeme - Auswahl, Einführung & Einsatz betriebswirtschaftlicher Standardsoftware, W3L-Verlag, Herdecke, Witten. * Nielsen, Lars (2008): Vorgehensmodell zur ERP-Einführung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Ein Modell aus der Perspektive eines Softwarehauses. Grin Verlag, Norderstedt. * M. Siegenthaler (2005): ERP für KMU. Praxisleitfaden: Richtig evaluieren und einführen. Fachverlag, Rheinfelden.
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